Wie kann man heilen?

Zentrale Voraussetzung für einen guten Heilungserfolg ist die richtige Diagnose. In der Dermatologie hat man es häufig mit einer zugrundeliegenden Erkrankung zu tun, die jedoch durch Folgeerkrankungen kompliziert sein kann. Dann ist es wichtig, Ursache und Wirkung zu unterscheiden und entsprechend zu behandeln. Der Hautarzt benutzt viele Informationsquellen, um zur Diagnose zu kommen:

Erste Hinweise erhält er bereits durch das so genannte Signalement des Patienten: um welche Tierart handelt es sich? Welche Rasse, Geschlecht, Lebensalter? Von vielen Hautkrankheiten ist bekannt, dass sie bei bestimmten Rassen gehäuft vorkommen, oder bei männlichen bzw. weiblichen Tieren. Andere Krankheiten, wie z.B. die Hautpilzerkrankung oder die juvenile Zellulitis, kommen vor allem beim Jungtier vor, während z.B. Hormonerkrankungen eher beim erwachsenen und älteren Tier zu erwarten sind, ähnlich wie viele Hauttumoren.

Breiten Raum nimmt die Krankengeschichte ein. Art, Dauer und Entwicklung der Symptome, Begleiterscheinungen, das Allgemeinbefinden des Patienten, Lebensumstände, die Reaktion auf bisherige Behandlungen, Fütterung - all dies ist wichtig und liefert oft schon genug Informationen, um bestimmte Krankheiten auszuschließen oder wahrscheinlich zu machen.

So hat der Dermatologe schon ein gutes Bild von den Problemen, bevor er den Patienten dermatologisch untersucht hat. Dennoch ist eine gründliche körperliche Untersuchung von Haarkleid, Haut, Schleimhäuten und Lymphknoten unentbehrlich und fördert oft die entscheidenden Hinweise zutage.

Auf diese Weise gelingt es, die Liste der möglichen Erkrankungen von hunderten auf einige wenige zu verkürzen. Durch weitere Tests, die z.T. sofort im eigenen Labor ausgeführt werden können, wird die Liste weiter eingegrenzt. Solche Tests sind z.B. die mikroskopische Untersuchung von Hautgeschabseln, von Haaren, Zellen u.ä. In vielen Fällen kann auf diese Weise bereits eine (oder mehrere) definitive Diagnose(n) gestellt werden. In anderen Fällen sind weitere Untersuchungen nötig, um so weit zu kommen. Das kann eine Gewebeuntersuchung in einem externen Labor sein, ein Fütterungsversuch, das Anlegen einer Kultur oder ähnliches.

Sobald die Grunderkrankung einmal erkannt ist, kann die jeweils für den einzelnen Patienten beste Therapie ausgewählt und die Prognose gestellt werden. Das beseitigt Unsicherheiten, was das Haustier kann/darf und was besser vermieden werden sollte, und verhindert, daß teure, unnötige oder ungesunde Tests und Behandlungen durchgeführt werden. Ein systematisches Vorgehen verkürzt das Leiden und spart Zeit und Geld. Die Zeit, die beim Erstbesuch investiert wird, zahlt sich auf diese Weise später aus.