Die Haut unserer Haustiere

Die Grenze zwischen Innen und Außen. Schutzbarriere. Speicherorgan. Sinnesorgan. Kommunikationsmittel. Stoffwechsel. Abwehr von schädigenden Einflüssen und Krankheitserregern. Temperaturregulierung. Das größte Organ des Körpers…

Die Haut unserer Haustiere muß, ebenso wie die Haut des Menschen, täglich viel leisten. Dies ist nur durch ihren hochentwickelten Aufbau und ihre raffinierte Funktionsweise möglich. Nicht umsonst steckt der Körper viel Energie und Aufwand in Aufbau und Erhaltung einer gesunden Haut.

Eine der wichtigsten Leistungen der Haut der Säugetiere ist die Produktion und Aufrechterhaltung eines intakten Haarkleides. Abhängig von Faktoren wie z.B. dem Alter eines Tieres, seinem Geschlecht und der Jahreszeit mit der jeweiligen Tageslänge und Temperatur ändert sich auch der Pelz eines Tieres. Er dient neben der Temperaturregulierung auch der Kommunikation der Tiere untereinander, und ein stumpfes Haarkleid kann auf eine Erkrankung hinweisen. Das Wachstum der Haare ist nicht immer gleich: es lassen sich verschiedene Phasen im Haarzyklus unterscheiden, deren Regulierung außerordentlich komplex ist. Da Haar hauptsächlich aus Eiweiß besteht, hat die Ernährung eines Tieres erheblichen Einfluß auf sein Haarkleid. Züchterische Auswahl hat zu einer enormen Bandbreite verschiedener Haartypen bei Hund und Katze geführt.

Die Haut selbst besteht im großen und ganzen aus drei Schichten: die oberste Schicht ist die Oberhaut oder Epidermis. Ihrerseits wiederum in verschiedene Lagen unterteilt, stellt sie die eigentliche Grenze zwischen „Innen“ und „Außen“ dar. Ohne diese äußere Hülle wäre der Körper ungeschützt vor allerlei Krankheitserregern in der Umwelt. Außerdem würde ein Organismus ohne sie ständig Wasser und andere, lebensnotwendige Stoffe verlieren. Wie wichtig die Epidermis für das Leben ist, zeigt sich z.B. im Falle von Verbrennungen größerer Teile der Hautoberfläche. Die Oberhaut beherbergt viele verschiedene Arten von Zellen, wie z.B. Keratinozyten (Hornzellen), Melanozyten (pigmentbildende Zellen) oder auch Zellen, die mit der Körperabwehr zu tun haben oder mit dem Nervensystem (Langerhans’ Zellen, Merkel- Zellen). Jede dieser Zellsorten zeichnet sich durch viele verschiedene Eigenschaften und Funktionen aus, um zusammen die Funktionen der Haut zu ermöglichen. An manchen Stellen weicht die Struktur der Oberhaut stark vom Normalen ab, um besondere Aufgaben erfüllen zu können. Beispiele sind der Nasenspiegel von Hund und Katze, die Sohlenballen an den Pfoten und der Huf des Pferdes. Auf der behaarten Körperoberfläche ist die Epidermis von Hund und Katze nur etwa 0,1 bis 0,5 mm dick.

Unter der Epidermis liegt die Dermis, auch Korium oder Lederhaut genannt. Sie ist viel dicker als die Oberhaut. Hier finden sich neben vielen Bindegewebszellen und verschiedenen Bindegewebsfasern (Kollagen-, Elastin- und Retikulinfasern) die Blutgefäße und Nerven. Diese Bestandteile sind in der so genannten Grundsubstanz eingebettet, die wiederum aus in Gewebswasser gelösten Makromolekülen besteht. Die Fasern sorgen zusammen mit der Grundsubstanz dafür, daß die Haut Druck- und Zugkräften widerstehen kann und elastisch bleibt. In der Dermis sind auch die Haarsäckchen zu finden sowie die mit ihnen verbundenen Schweiß- und Talgdrüsen. Anzahl, Größe, Funktion und Steuerung dieser Drüsen sind je nach anatomischer Lokalisation recht unterschiedlich. Hier finden sich auch die vielen kleinen Muskeln, die dafür sorgen, daß sich die Haare aufstellen können, wenn z.B. ein Rüde einem Rivalen begegnet.

Die tiefste Schicht der Haut ist schließlich die Unterhaut oder Subkutis. Sie besteht hauptsächlich aus Fettzellen. Sie ist eine wichtige Energiereserve. Das gespeicherte Fett dient außerdem der Polsterung, Wärmeisolierung und Erhaltung der Körperkontur.

Hier sehen Sie zur Veranschaulichung eine schematische Zeichnung:

Tierhaut